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25.10.2011 - Brief an Kreisräte - Austritt des Harzkreises aus dem Verein InnoPlanta



Austritt des Harzkreises aus dem Verein InnoPlanta e.V.



Sehr geehrte Damen und Herren,


die Interessengemeinschaft Gentechnikfreie Landwirtschaft (IGHZ) würde es begrüßen, wenn der Kreistag einen Beschluss zum Austritt des Harzkreises aus dem Verein InnoPlanta e.V. fassen würde.

Nach einer Repräsentativuntersuchung von Emnid aus 2009 sind deutlich mehr als 60% der Menschen gegen Gentechnik und –forschung. Während sich 78% der GRÜNEN-Wähler dagegen aussprechen, sind es immerhin 60% der FDP- und LINKE-Wähler, 61% der SPD-Wähler und sogar 65% der CDU-Wähler. Emnid: „Agro-Gentechnik erfährt über alle gesellschaftlichen Gruppen hinweg eine breite Ablehnung“.

Aber neueste Untersuchungen zeigen noch mehr. 79% der Menschen wollen den Fortbestand des Verbots von Gentechnik-Mais, 77% fordern anlog ein Verbot der Gentechnik-Kartoffel und 87% lehnen gentechnisch veränderte Organismen in der Landwirtschaft grundsätzlich ab (2010). 75% der Konsumenten greifen prinzipiell zu GVO-freien Produkten und davon würden 77% dies sogar tun, wenn gentechnikfreie Lebensmittel deutlich teuerer wären. Dazu passt, dass lt. Marktforschung Nielsen GVO-freie Produkte derzeit das Marktsegment mit den höchsten Zuwachsraten in den USA (+67%) sind und EDEKA inzwischen gar eine GVO-freie Marke eingeführt hat.

Rund 190 Regionen in Deutschland haben sich mittlerweile zur „gentechnikfreien Zone“ erklärt und eine Untersuchung der Georg-August-Universität Göttingen hat unter Landwirten eine mehrheitliche Ablehnung der Gentechnik aufgezeigt. Dass Agro-Gentechnik also keine „Mittelstandsförderung“ darstellen kann, dürfte bekannt sein. Wenn überhaupt, profitieren davon Großbetriebe und bauen ihre Marktposition gegenüber kleinen und mittelständischen Landwirten aus: die am Markt erfolgreichen GVO-freien Lebensmittel werden mehrheitlich von traditionellen bäuerlichen Betrieben erzeugt, nicht von Agrarfabriken.

Nun mag es dennoch sinnvoll sein, trotz aller Ablehnung auf diesem Feld zu forschen – wir teilen diese Auffassung zwar nicht, aber es geht beim Austritt aus dem Verein InnoPlanta gar nicht um dessen Auflösung. Wir stellen uns lediglich die Frage (und mit uns tut dies offensichtlich ein Großteil der Bevölkerung und auch der Bauernbund e.V. Sitz in Quedlinburg): Kann, soll, muss ein Landkreis Mitglied in einem Lobbyverein sein, dessen Anliegen breiteste Ablehnung über alle gesellschaftlichen Gruppen hinweg erfährt? Ist für existenziell bedrohte Kommunen, die sich dieser Tage mehr mit Konsolidierung denn mit ihren eigentlichen Aufgaben zu befassen haben, wirklich die Mitgliedschaft in einem Verein sinnvoll, der in seiner Satzung Lobbyarbeit pro Gentechnik als Vereinszweck definiert? Kann es in diesen Zeiten vernünftig sein, knappe öffentliche Mittel, Arbeitskraft und Energie dafür aufzuwenden, die rational begründete Ablehnung in der Bevölkerung umzudrehen, anstatt den landwirtschaftlichen Mittelstand zu fördern und auf die tatsächlichen Bedürfnisse des Marktes (siehe oben!) auszurichten.

Der Austritt des Harzkreises aus dem Verein InnoPlanta wäre weder das Ende der Gentechnik in der Region, noch gar eine Entscheidung gegen Institutionen oder Unternehmen und ihre Arbeitsplätze. Es wäre aber sehr wohl ein Signal dafür, dass eine einseitige Lobbypolitik gegen breiteste Bevölkerungsschichten und die mittelständische bäuerliche Landwirtschaft ein Ende findet. Mit dem Austritt wäre es dem Landkreis erstmals möglich, auch biologische oder traditionelle, in jedem Fall aber GVO-freie Landwirtschaft wenigstens gleichberechtigt zu unterstützen. Wir bitten Sie als Kreistagsmitglied, den Weg frei zu machen für eine vielfältige, kreative und am Markt ausgerichtete Förderung der Landwirtschaft. Das geht nur mit einem Austritt aus dem Verein InnoPlanta, der genau dies per Satzung verhindert. Darum ist der Austritt unseres Erachtens die einzig vertretbare Konsequenz.


Mit freundlichen Grüßen


Interessengemeinschaft Gentechnikfreie Landwirtschaft im Harzkreis (IGHZ)


Unterstützer

  Horst Zimmer
Imker
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Weiterführende Links

  - www.umweltinstitut-muenchen.de

- www.keine-gentechnik.de

- www.gentechnikfreie-regionen.de

- www.standortregister.de

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